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 Eine Leseprobe aus „Süßer die Katzen nie schnurren“, Piper Verlag (Kurzgeschichten)

 Weihnachtsfrisur von Jan D’Lord

 ………Ich widmete mich lieber für eine Stunde meiner Frisur, wobei ich ungern gestört werde.

Das brachte mich auf die Idee.

Da ich keine Geschenke kaufen kann, könnte ich meine Dienste anbieten. Jenny macht sich an Weihnachten gerne eine neue Frisur, und Ross sieht sowieso wie ein Heuschober aus. Ich könnte sie in Form lecken.

Ich wartete, bis sie schliefen, das wäre dann eine hüb­sche Überraschung, wenn sie morgens aufwachen. Vorsich­tig sprang ich auf die Bettdecke; Ross schnarchte laut. Zuerst kam Jenny dran, weil sie auf dem Rücken lag. Ich streckte die Zunge heraus und begann sie einzuseifen. Erst kicherte sie, und ich dachte schon, sie hätte mich erwischt, aber dann fiel sie wieder in ihre Träume, und ich hatte eine halbe Stunde Ruhe.

Ich fing an der Stirn an und leckte alles nach oben, bis ich einen hübschen Berg aufgehäuft hatte. Die Spitze konnte ich dann leicht zu einer Locke biegen, sodass es wie eine Welle aussah, die sich am Strand bricht. Ross sagt immer, dass er welliges Haar liebt.

Er drehte sich auf den Bauch. Es blieb mir also nichts anderes übrig, als ihm den Hinterkopf zu lecken. Er wird einen Spiegel benötigen, um mein Weihnachtsgeschenk zu würdigen, aber ich hatte unendliche kreative Möglich­keiten.

Ich weiß, dass er Blumen mag, deshalb leckte ich ihm alle Haare in Form einer Chrysantheme. Ich hielt inne und begutachtete befriedigt mein Werk, zumal sie am nächsten Morgen zu einem Weihnachtsfrühstück in das elegante Haus von Ross' Chef eingeladen waren.

Ich dachte, das Bett brennt, so laut kreischten sie, als sie aufwachten. Dabei sahen sie hübsch aus. Das heißt, wenn man davon absieht, dass Ross eher einem Löwenzahn ähnelte. Jenny lief zum großen Spiegel, kreischte wieder und gab Ross eine schallende Ohrfeige.

»Ich war das nicht«, verteidigte er sich und hob schützend den Arm. »Das bist du gewesen. Guck mich doch mal an!« Ich schlich davon. Sollten sie selber sehen. Mein Weih­nachtsgeschenk hatte ihnen nicht gefallen.

Ich war ganz geknickt. Was noch schlimmer war - nur noch ein Tag, und ich hatte immer noch kein Geschenk! Also musste ich mir rasch was ausdenken.

Vielleicht lasse ich sie auf meinem Kissen schlafen? Aber wie ich sie kenne, gefällt es ihnen zu gut, und sie behalten es. Ich kuschelte mich erst mal zusammen, mir würde schon noch was einfallen.

Als sie singend und schwankend zurückkehrten, hatte ich inzwischen unter dem Weihnachtsbaum lauter hübsche Ge­schenke aufgereiht. »Bluebell! Du bist ein Schatz! «, gurrte Jenny, als sie mich an sich drückte. »Ich liebe diese ver­trocknete halbe Maus, die du das ganze Jahr über durch den Garten gezerrt hast, und die schöne runde Kugel, die du aus deinen Haaren geformt hast. Aber am allerschönsten finde ich den zerdatschten und zermanschten Sahnebonbon, den du in stundenlanger Arbeit hinter dem Kühlschrank hervor­gefischt hast.«

Sie bewies ihr Entzücken, indem sie Willow, Bramble, Clover, Bracken, den kleinen Katzen und mir die besten Stücke vom Truthahn und ein Päckchen mit Leckereien spendierte.

Ich habe ein ganzes Jahr Zeit, herauszufinden, woher das Geld kommt. Und ich muss unbedingt die Geschäfte ausfin­dig machen. Meine Zunge tut mir immer noch weh. Manche Leute haben eben keinen Sinn für Kunst! ..............

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